Twelve Cities

Twelve Cities

104 Seiten
10 €
Erscheint am 26.03.26
ISBN 978-3-949984-13-6

Was wissen Texte von der Welt? Das ist eine der Fragen, die mich bei „Twelve Cities‟ interessiert haben. Eine andere lautet: Wie könnte ein #ambientwriting aussehen? Das war auch die Ausgangsfrage für dieses Projekt. Anfang des Jahres habe ich mal wieder viel Ambient gehört und mir Gedanken gemacht, wie man diese Ästhetik in Text übersetzen könnte. Das ist ja eine sehr minimalistische Musik, die vielfach mit stochastischen Verfahren arbeitet, um immer neue Variationen zu erzeugen. Mir ist dann eingefallen, dass LLMs ja sehr ähnlich arbeiten, also habe ich mir ein Set von Regeln überlegt, mit denen ich kurze Texte (jeweils 100 Sätze lang) in mehreren Iterationen zu verschiedenen Städten erzeugen kann. Dabei spielen die Häufigkeit von Substantiven, die in Texten zu einer Stadt vorkommen, und die (Un-)Wahrscheinlichkeit, mit der diese dann mit bestimmten Verben verbunden werden, die wichtigste Rolle. Bei der Anwendung zeigte sich sehr schnell, dass die harte Befolgung der Regeln der KI große Schwierigkeiten bereitete. Ein interessantes Paradox: Als es darum ging, genau die Wahrscheinlichkeit zu instrumentalisieren, die der Maßstab ihrer Antworten ist, fing die KI an, ihre Ergebnisse zu harmonisieren und in eine vermeintlich ästhetische Form zu bringen. Ich musste deshalb immer wieder bei Null anfangen und jeden Text ohne Kontext generieren, um Lerneffekte zu minimieren. Trotzdem gibt es noch glitches, die ich dann dringelassen habe, weil sie innerhalb der Ambient-Ästhetik ihre Berechtigung haben.
Die entstandenen Texte haben einen sehr speziellen Reiz, wie ich finde; ihre Künstlichkeit ist offensichtlich, und trotzdem vermitteln sie so etwas wie spezifische Atmosphären. Ob die zu den jeweiligen Städten passen, kann ich freilich nicht beurteilen, ich habe bislang nur eine von ihnen besucht. Wer da mehr Erfahrung hat, kann mir gerne Rückmeldung geben!

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